Warum ich das hier mache.
Ich habe lange zugehört. Jetzt möchte ich selbst etwas versuchen.
Ich bin Kay, 41 Jahre alt, komme aus Sachsen und bin Vater eines achtjährigen Sohnes.
Ich bin kein Politiker, Journalist oder Influencer. Eigentlich komme ich aus einer völlig anderen Welt. Seit über 20 Jahren arbeite ich, überwiegend im Sicherheitsgewerbe – als Diensthundeführer und auch als praktischer Ausbilder von Wachleuten.
Mein Leben war lange ziemlich einfach:
Arbeit. Mein Sohn. Meine Hunde. Verantwortung übernehmen.
Damit war ich zufrieden. Ich brauchte keine Öffentlichkeit und hatte auch nie das Bedürfnis, dass fremde Menschen wissen, wer ich bin.
Durch meine Knieverletzung und die Operation steht heute allerdings die Frage im Raum, ob ich den Beruf, den ich geliebt und gelebt habe, überhaupt noch weiter ausüben kann.
Mit 41 plötzlich vor der Frage zu stehen, wie es beruflich weitergeht, hatte ich so nicht geplant.
Aber vielleicht entsteht gerade daraus auch etwas Neues.
Ich möchte die Zeit und die Erfahrungen, die ich gesammelt habe, nicht einfach abhaken. Ich möchte versuchen, etwas daraus zu machen – auch für meinen achtjährigen Sohn und die Welt, in der er einmal seinen eigenen Weg finden muss.
Und deshalb versuche ich jetzt etwas, das eigentlich überhaupt nicht zu meinem bisherigen Leben passt:
Diese Seite.
Ich weiß nicht, wohin sie führt. Vielleicht erreicht sie irgendwann viele Menschen, vielleicht nur wenige.
Aber ich weiß, warum ich sie angefangen habe:
Ich möchte nicht mehr nur darüber reden, dass sich etwas ändern müsste. Ich möchte wenigstens versuchen, meinen Teil dazu beizutragen.
Ein Tankgutschein, der plötzlich mehr bedeutete
Es war eine Geschichte, die mir im Gedächtnis geblieben ist: Eine Frau erzählte bei Radio PSR, dass sie ihren Job gekündigt hatte, weil sich die Fahrt zur Arbeit finanziell kaum noch lohnte. Dann gewann sie einen Tankgutschein – und plötzlich konnte sie ihre Kündigung zurückziehen.
Für mich steckt darin eine größere Frage: Was sagt es über unsere Gesellschaft aus, wenn ein Tankgutschein darüber entscheiden kann, ob sich Arbeit noch lohnt?

Arbeit muss sich lohnen

Gleiche Arbeit. Anderer Ort. Anderer Lohn.
Ich habe meine Arbeit geliebt und damit auch sehr gut verdient. Doch dafür bin ich dorthin gegangen, wo meine Arbeit deutlich besser bezahlt wurde: nach Bayern und Baden-Württemberg.
Über viele Jahre habe ich selbst erlebt, wie groß die Lohnunterschiede innerhalb Deutschlands sein können.
Dabei geht es für mich nicht darum, dass überall exakt dasselbe verdient werden muss. Aber die Unterschiede werfen eine Frage auf: Warum kann die gleiche Arbeit nur wenige hundert Kilometer entfernt so viel mehr wert sein?
1.800 Euro netto – und dann beginnt das Leben erst
Erik ist 22 Jahre alt, kommt aus Sachsen und ist mit meiner Cousine liiert. Ich kenne seine Situation also nicht aus irgendeiner Statistik, sondern aus meinem persönlichen Umfeld.
Er geht arbeiten und verdient rund 1.800 Euro netto. Doch davon müssen Miete, Strom, Lebensmittel, Mobilität und der ganz normale Alltag bezahlt werden.
Und irgendwann geht es um mehr als nur darum, über die Runden zu kommen. Junge Menschen wollen sich etwas aufbauen, vielleicht eine Familie gründen und eine vernünftige Wohnung bezahlen können.
Für mich steht Erik deshalb für eine größere Frage: Welche Perspektive bieten wir jungen Menschen, die arbeiten und Verantwortung übernehmen, wenn trotzdem kaum Spielraum bleibt, sich langfristig etwas aufzubauen?
Gerade bei Ausbildungs- und Handwerksberufen dürfen wir nicht vermitteln, dass nur ein Studium zu einem guten Leben führt.
Arbeit und Ausbildung müssen eine echte Perspektive bieten – auch ohne Hochschulabschluss.

Tiefe Einblicke und authentische Erfahrungen
Hier teile ich Erfahrungen und Beobachtungen aus dem echten Leben. Offen, direkt und ohne den Anspruch, auf alles die richtige Antwort zu haben.

Authentisch und Direkt
Unverfälschte Einblicke aus der Praxis, die den Alltag und gesellschaftliche Entwicklungen widerspiegeln.

Offen für Perspektiven
Andere Sichtweisen gehören für mich dazu. Gerade unterschiedliche Meinungen machen Gespräche interessant.

Gesellschaftlich Relevante Themen
„Themen, die uns im Alltag begegnen und über die es sich lohnt, offen zu sprechen.“
